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Musik liegt in der Luft!Vom Walzer an der Rampe zum Rock gegen Rechts
War das wieder ein Wochenende! Die lange Nacht der Museen und
Holocaust-Gedenktag am selben Tag! Man wusste gar nicht, wohin zuerst. In das
Museum für Natur und Technik oder in die Tanzschule Maxixe in Kreuzberg zum
Denn es geht nicht ohne Musik. Das wussten schon die alten Nazis und deswegen hatte jedes ordentliche KZ ein anständiges Orchester. Damals war es "Walzer an der Rampe", heute ist es "Rock gegen Rechts". Vor ein paar Monaten hatte schon Grönemeyer ein Konzert am Brandenburger Tor gegeben und sich tierisch darüber gefreut, dass wegen der Auf- und Abbauarbeiten die Berliner Innenstadt tagelang vollkommen zu war. Der Verkehr brach zusammen, aber die Nazis zeigten sich unbeeindruckt. Deswegen wird "Rock gegen rechte Gewalt" jetzt wiederholt, diesmal unter der Führerschaft von Udo Lindenberg. Mit vier Konzerten in Dresden, Hamburg, Rostock und Berlin soll "dem braunen Spuk" ein Ende gesetzt werden, sagte Lindenberg auf einer Pressekonferenz, in einem Jahr soll es ein Deutschland "ohne rechte Gewalt" geben. Und an die Adresse der Jung-Nazis richtete er die Einladung: "Kommt doch lieber zu uns, wir machen die bessere Party." Ja, wenn die Glatzen mal richtig abtanzen können, werden sie aufhören, Ausländer zu klatschen. Oder Udo Lindenberg und die Söhne Mannheims werden so lange weiter spielen, bis dem letzten Nazi das Trommelfell platzt, wie den Marsmenschen am Ende des SF-Films "Mars Attacks!" An dieser Stelle zu fragen, was denn passieren wird, wenn der Rock around the clock nach einem Jahr ohne die gewünschte Wirkung bleibt, wäre die reine Ketzerei. Denn erstens ist Lindenberg nach Zlatko und Dieter Bohlen der wichtigste Theoretiker der populären Musik, sozusagen der Peter Sloterdijk des Deutschrocks, und zweitens stehen noch mehr Künstler bereit, die Nazis Mores zu lehren: Ben Becker und Iris Berben, Ingo Appelt und Nina Hagen, die S-Bahn-Fahrer der Gruppe "Mifgasch" und Alex Jacobowitz mit seiner Marimba. Sie machen Musik, da geht uns der Hut hoch und den Nazis der Arsch auf Grundeis. Oder umgekehrt. In einem Jahr sind wir schlauer. HMB, 28.1.2oo1
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